Ein Veranstaltungsformat einmal anders: Mit einem E-Bus ging es am 11. August auf die Schwäbische Alb. In Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt, Nürtingen und Kirchheim unter Teck sammelten wir nach und nach rund 40 Teilnehmer*innen aus dem Wahlkreis ein – und dann ging es gemeinsam weiter nach Berghülen.
Zusammen mit meinem Bundestagskollegen Matthias Gastel hatte ich zu der Exkursion eingeladen, um die Energiewende einmal ganz praktisch vor Ort zu erleben. In Berghülen wurden wir von der EnBW, dem Bundesverband WindEnergie und unserem Ulmer Landtagskollegen Michael Joukov empfangen.
Nach einem kurzen Input ging es direkt zu den Windenergieanlagen. Seit November 2012 drehen sich in Berghülen drei Anlagen vom Typ Enercon E-82 E2. Jede von ihnen hat eine Leistung von 2 Megawatt, zusammen kommen sie damit auf 6 Megawatt, mit einer Nabenhöhe von 138 Metern. Bei der Besichtigung konnten die Teilnehmer*innen auch einen Blick in den Turmfuß eines Windrads werfen und viele Fragen rund um Technik, Betrieb und Windenergie stellen.
Spannend ist in Berghülen auch die Beteiligung der Menschen vor Ort: Bereits 2012 wurde die BürgerEnergiegenossenschaft Berghülen gegründet.
Weiter ging es zum Solarpark. Auf einer Fläche von rund 3,3 Hektar stehen dort knapp 10.000 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 2,67 Megawattpeak. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2017 erzeugt der Solarpark etwa drei Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – rechnerisch genug für rund 850 Haushalte.
Beim Solarpark stand auch die Verbindung von erneuerbaren Energien und Naturschutz im Mittelpunkt. Gemeinsam mit BUND und NABU wurden Maßnahmen zum Artenschutz umgesetzt und Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Ein ökologisches Pflegekonzept und die Beweidung der Flächen mit Schafen sollen dazu beitragen, die Artenvielfalt auf dem Gelände zu erhalten und zu fördern. Auch hier spielt die lokale Bürgerbeteiligung über die BürgerEnergiegenossenschaft eine wichtige Rolle.
Insgesamt können die Parks rund 3.400 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen.
Nach vielen Eindrücken, Fragen und Gesprächen ging es mit dem E-Bus wieder zurück in den Wahlkreis. Und auch der Blick auf den Akkustand am Ende der Tour war spannend: Trotz der Fahrt auf die Schwäbische Alb und zurück war noch ordentlich Reichweite übrig.
Eine Exkursion statt klassischer Veranstaltung und eine schöne Gelegenheit, gemeinsam mit vielen Interessierten aus dem Wahlkreis zu sehen, wie Windenergie, Photovoltaik, Bürgerbeteiligung und Naturschutz vor Ort zusammenspielen können.
Vielen Dank an die EnBW, die Firma Schlienz, den Bundesverband WindEnergie sowie die Bürgerenergiegenossenschaft vor Ort, die diese Exkursion ermöglicht haben – und natürlich an alle Teilnehmer*innen für das große Interesse und den spannenden Austausch!