Die Hitzewellen und heißen Tage dieses Sommers haben wieder deutlich gemacht: Unsere Städte müssen sich besser auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten. Im Rahmen meiner Sommertour habe ich mir deshalb in Stuttgart eine innovative Idee für mehr Grün und Schatten auf versiegelten Flächen angeschaut: den Klimaschirm ecotrii.
Dabei gilt für mich ganz klar: Wo immer es möglich ist, sind echte Bäume, entsiegelte Flächen und dauerhaftes Stadtgrün die bessere Lösung. Bäume spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung, bieten Lebensraum und können über Jahrzehnte wachsen. Klimaanpassung muss deshalb vor allem bedeuten, mehr Flächen zu entsiegeln und mehr Bäume zu pflanzen.
Aber nicht überall ist das so gut möglich. Unter vielen innerstädtischen Plätzen befinden sich Tiefgaragen, Leitungen oder andere Infrastruktur. Andere Flächen müssen flexibel für Wochenmärkte, Veranstaltungen oder Außengastronomie nutzbar bleiben. Genau für solche Orte können zusätzliche Lösungen wie der Klimaschirm ecotrii interessant sein.
Nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit stehen inzwischen die ersten drei Prototyp in der Stuttgarter Innenstadt. Der Klimaschirm kommt ohne Wurzelsystem im Boden aus und kann dadurch auch auf versiegelten Flächen eingesetzt werden. Pflanzen wie Wilder Wein oder Kiwi wachsen an der Konstruktion nach oben und sollen nach etwa fünf Jahren ein weitgehend geschlossenes Blätterdach bilden. Bis der Schirm seine volle Begrünungs- und Verschattungswirkung erreicht, braucht es also noch etwas Zeit.
Für einen möglichst geringen Pflege- und Wasserbedarf setzt ecotrii unter anderem auf wassereffiziente Substrate, eine an den jeweiligen Standort angepasste Pflanzenauswahl und digitales Monitoring. Sensorik hilft dabei, den Wasserbedarf zu erfassen und die Bewässerung entsprechend zu steuern. Auch bei der Herstellung wird versucht, auf regionale Produktion und Kreislaufwirtschaft zu setzen.
Ein Klimaschirm kostet derzeit ca. 30.0000 Euro.
Das Projekt wird vom Stuttgarter Klima-Innovationsfonds gefördert und zeigt, wie auch für schwierige innerstädtische Standorte neue Ansätze zur Klimaanpassung entwickelt werden können.
Vielen Dank an Rosa Pöttinger für die Besichtigung der Prototypen, die spannenden Einblicke in die Entwicklung und den Austausch!