Im Rahmen meiner Sommertour durfte ich gemeinsam mit Bioland Baden-Württemberg und Demeter den Familienbetrieb Hörz in Filderstadt-Bonlanden besuchen.
Gemeinsam mit Vertreter*innen von Bioland Baden-Württemberg und Demeter habe ich mir angeschaut, wie ökologischer Landbau vor Ort funktioniert – und vor welchen Herausforderungen die Betriebe aktuell stehen.
Der Familienbetrieb Hörz wirtschaftet bereits seit 1995 ökologisch. Heute werden dort auf rund 20 Hektar etwa 80 verschiedene Gemüsearten angebaut. Bei meinem Rundgang durch die Gewächshäuser und über den Betrieb konnte ich viele spannende Einblicke in die tägliche Arbeit bekommen.
Welche Paprikasorten kommen künftig besser mit Hitze zurecht? Welche Kulturen halten längere Trockenperioden aus? Das sind Fragen, die für die Betriebe ganz konkret darüber entscheiden, wie Landwirtschaft in Zukunft funktionieren kann. Denn jeder Tag mit Temperaturen über 35 Grad bedeutet zusätzlichen Stress für die Pflanzen. Und genau solche Hitzetage haben wir in diesem Sommer bereits vielfach erlebt. Die Klimakrise mit ihrer extremen Trockenheit, Wetterextremen und Hitze ist damit für die Landwirtschaft kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern längst im Betriebsalltag angekommen.
Ein Thema, über das wir besonders intensiv gesprochen haben, war Wasser, eines unserer kostbarsten Güter und für den Gemüseanbau unverzichtbar. Gerade im Gemüsebau wird deutlich, wie abhängig unsere Lebensmittelproduktion von einer verlässlichen Wasserversorgung ist. Gleichzeitig geht der Betrieb möglichst sparsam mit dieser wertvollen Ressource um und setzt unter anderem auf Tröpfchenbewässerung, bei der das Wasser gezielt dort ankommt, wo die Pflanzen es benötigen. Angesichts zunehmender Trockenperioden durch die Klimakrise wird die Frage, wie wir Wasser effizient nutzen und gleichzeitig unsere regionale Lebensmittelproduktion sichern, immer wichtiger.
Gleichzeitig stehen gerade Bio-Betriebe wirtschaftlich unter Druck, unter anderem durch günstigere Importware, bei deren Preisen ökologische und gesellschaftliche Folgekosten oft nicht berücksichtigt werden.
Für mich wurde bei dem Besuch einmal mehr deutlich: Eine starke regionale und ökologische Landwirtschaft ist auch Krisenvorsorge. Kurze Wege und stabile regionale Wertschöpfungsketten machen uns unabhängiger und widerstandsfähiger. Gleichzeitig schützt ökologischer Landbau unsere Böden, die Artenvielfalt und unsere natürlichen Ressourcen.

Wie wichtig eine funktionierende Versorgung vor Ort sein kann, hat sich auf dem Hof während der Corona-Pandemie ganz konkret gezeigt: Damals standen die Menschen Schlange, um regional erzeugte Lebensmittel zu kaufen.
Landwirtschaft, Klima- und Naturschutz gehören für mich deshalb zusammen. Wir müssen dafür sorgen, dass landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich eine gute Perspektive haben und gleichzeitig unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen können.
Vielen Dank für die spannenden Einblicke, die offenen Gespräche und vor allem für die tägliche Arbeit mit so viel Herzblut für eine starke regionale und ökologische Landwirtschaft!
Danke an Beate und Jörg Hörz, Dr. Greta Boll, Sarvjot Singh Khinda und Frederic Saria vom Biogemüsehof Hörz sowie an Christoph Zimmer und Larissa Zacke von Bioland Baden-Württemberg und Christoph Reiber von Demeter für den Austausch und die Zeit vor Ort.