Am Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026, durfte ich den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann in Nürtingen begrüßen. Winne ist meiner Einladung gefolgt, um sich vor Ort ein Bild von unseren Projekten zu machen und über die Zukunft der Mobilität in unserem Land zu sprechen.
Gemeinsam mit dem Technischen Beigeordneten Johannes Martin besichtigten wir zunächst den Nürtinger „Stadtbalkon“. Der Stadtbalkon, der erst kürzlich gleich doppelt ausgezeichnet wurde: mit zwei Mobilitätspreisen der Initiative „Wir machen mobil“ – in der Kategorie „Entspannt Mobil“ sowie mit dem Publikumspreis, persönlich überreicht von Verkehrsminister Hermann. Der Stadtbalkon ist ein gutes Beispiel für moderne Stadtplanung: Wo früher täglich bis zu 12.000 Fahrzeuge fuhren, haben wir den Raum neu geordnet. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet, wodurch in diesem Teil der Stadt wieder Platz für Begegnung und Gastronomie entstanden ist. Winne Hermann und die weiteren Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit für gezielte Rückfragen an Johannes Martin.
Nach dem Rundgang setzten wir unser Gespräch im Restaurant Joe Peña’s fort.
In einer offenen Runde diskutierten wir über die Herausforderungen der Verkehrswende, die angesichts eines Anteils von ca. 20% an den gesamtdeutschen Emissionen eine zentrale Säule unserer Klimaschutzstrategie darstellt. Durch viele Rück- und Zwischenfragen entstand ein schönes Gespräch, in dem wir intensiv und auf Augenhöhe über die Mobilität der Zukunft diskutieren konnten.

Dabei wurde schnell deutlich, wie konkret die Landespolitik in Nürtingen wirkt. Ein zentrales Thema war das Sondervermögen Infrastruktur: Das Land leitet rund 8,7 Milliarden Euro aus Bundesmitteln an die Kommunen weiter. Mittel, die wir flexibel für zukunftsweisende Projekte und auch konkret für die Mobilitätswende einsetzen können.
Auch für unsere Schienenanbindung gab es gute Nachrichten. Ein neuer Finanzierungsvertrag sichert seit Januar 2026 die dauerhafte Landesbeteiligung an den Betriebskosten der Tälesbahn, was uns die nötige Sicherheit für weitere Modernisierungen gibt. Mit Blick auf die Neckar-Alb-Bahn sprachen wir offen über die derzeitigen Verspätungen. Hier stellte Winne in Aussicht, dass betriebliche Optimierungen und das Fertigstellen von Stuttgart21 hoffentlich bald die Pünktlichkeit spürbar verbessern werden. Zudem ist ab Sommer 2026 eine sogenannte doppelte Wende am Tübinger Hauptbahnhof geplant. Künftig sollen dort grundsätzlich mehr Züge bereitstehen. Bei Verspätungen anderer Verbindungen können diese flexibel eingesetzt werden. So soll sichergestellt werden, dass Fahrgäste aus Tübingen dennoch pünktlich in Richtung Stuttgart starten können – auch wenn es im Netz zu Störungen kommt. Ein weiterer Meilenstein für Nürtingen wird die halbstündliche Anbindung der S-Bahn sein. Auch der Ausbau eines sicheren, lückenlosen Radnetzes wurde thematisiert.
Für mich war der Nachmittag ein wichtiger Beleg dafür, dass wir die Mobilitätswende nur durch die enge Verzahnung von Landespolitik und kommunalem Handeln voranbringen. Im Anschluss an eine kurze Stärkung ließen wir den Abend gemeinsam bei einer Lesung in der Buchhandlung im Roten Haus ausklingen.
Vielen Dank an Winne Hermann für den Besuch und an alle Teilnehmenden für den schönen Austausch! Ein herzlicher Dank geht auch an das Team vom Joe Peña’s, dass wir eure Räumlichkeiten für diese Veranstaltung nutzen durften.