An einem sonnigen Donnerstag morgen habe ich mich mit dem Schwäbischen Albverein unterhalb des Hohenneuffens getroffen.
Die Vizepräsidentin des SAVs Regine Erb, der Landschaftspfleger und der Leiter des Pflegetrupps Jörg Dessecker sowie der FÖJ-ler Louis Pflugfelder haben sich zu einem Gespräch über den Naturschutz an der Neuffener Heide eingefunden. Gemeinsam mit mir sind noch die Vorsitzenden der Grünen Jugend Baden-Württemberg Theresa Fidušek und Jaron Immer sowie Katharina Müller aus dem Bundesvorstand mit zum Gespräch und der Erkundung gekommen.

Der Schwäbische Albverein ist mit 83.000 Mitgliedern der größte Wanderverein Europas und setzt sich mit seiner Arbeit für den Erhalt der Natur, das Wandern, die Wegearbeit, Demokratiebildung und den Erhalt der Wanderheime und Türme ein.
Die Neuffener Heide ist ein ganz besonderes Stück Natur. Zwischen dem Wald unterhalb der Burg Hohenneuffen und den vielen Weinreben oder teilweise Streuobstwiesen liegt die Neuffener Heide, die Naturschutzgebiet ist.
Nach dem steilen Aufstieg wurden wir mit einer wunderbaren, sonnigen Aussicht über Neuffen und meinen Wahlkreis belohnt.
Das Gelände an der Neuffener Heide ist teilweise sehr steil und schlängelt sich am Berg entlang. Durch die Wege unter- und oberhalb der Heide kann man aber sehr nah rankommen.
Jörg Dessecker erklärte, wie die Pflegeeinsätze hier aussehen: Ohne die Beweidung der Schafe zweimal im Jahr, wäre die Heide nicht zu erhalten. Durch die Wiesenfläche am Hang bietet sich ein Lebensraum für sehr viele Pflanzen- und Tierarten. Beispielsweise berichtete Jörg Dessecker von über 20 verschiedenen Orchideenarten, die man in der Neuffener Heide schon bestaunen konnte.

Die Leistung der Schafe ist beträchtlich: Ohne die Tiere würde die Fläche in kürzester Zeit mit Büschen überwuchert werden und sich mit der Zeit zum Wald entwickeln. Der Mensch muss trotzdem dennoch einige Pflegeeinsätze tätigen, damit die Heide so bleibt, wie wir sie kennen. Diese Einsätze organisiert Jörg Dessecker mit den Mitgliedern des SAV. Dass Schulklassen oder Azubis eines nahegelegenen Unternehmens bei einem Pflegeeinsatz helfen, hat sich in den letzten Jahren nicht mehr ergeben. Die Verantwortlichen hoffen, dass eine zukünftige Zusammenarbeit wieder aufblühen kann. Das unterstütze ich sehr gerne - die Arbeit von Ehrenamtlichen ist für den Erhalt der Neuffener Heide sehr wichtig. Wenn beispielsweise Schulklassen hier der Wert der Natur näher gebracht werden kann, hilft es, die Wertschätzung für unsere Region zu stärken und ins Bewusstsein zu rücken. Gerade auch durch die Sozialen Medien und den hohen Konsum von technischen Geräten ist die Bildschirmzeit der Kinder und Jugendlichen explodiert - neben der Schule bleibt kaum noch Zeit übrig, um in die Natur zu gehen und diese zu erleben.
Beim SAV können junge Menschen auch ein Freiwilliges ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Der aktuelle FÖJler Louis berichtete, dass er sehr viel im Ländle rumkommt. Vom Bodensee bis ins nördliche Baden-Württemberg hatte er schon viele Einsätze bei Naturschutzarbeiten des SAVs.Der SAV stellt ihm sogar eine Wohnung in Stuttgart-Stadtmitte. Louis ist vom FÖJ begeistert. Der SAV hat wie viele Vereine mit steigenden Kosten und alternden Mitgliedern zu kämpfen. Sie arbeiten daran, junge Menschen und Familien für den SAV zu begeistern. Aktuell entstehen viele Familiengruppen, die, so erhofft es sich Regine Erb, auch zu steigenden Mitgliederzahlen führen könnten.
Für mich steht Fest: Die ehrenamtliche Arbeit, die im Albverein geleistet wird, muss gewürdigt und sichtbarer werden. Diese Arbeit muss weiter unterstützt werden. Diese Wünsche nehme ich mit in meine Arbeit als Gemeinde- und Kreisrätin. Und natürlich auch in die Landespolitik.