Am 21. Januar habe ich im Wahlkreis Besuch von Simone Fischer, MdB, bekommen.
Simone ist Sprecherin für Pflegepolitik im Gesundheitsausschuss im Bundestag. Eine solche Expertin an meiner Seite zu wissen, freut mich enorm. Gemeinsam ging es in die Pflege- Residenz nach Beuren.
Wir wurden vom Einrichtungsleiter Sven Kapitan empfangen, der uns die Situation in den Pflegeeinrichtungen Neuffen und Beuren schilderte.
Es gibt aktuell in Beuren umfangreiche Neu- und Umbauarbeiten, da die Heime nicht mehr den Anforderungen entsprechen. Das Haus Geborgenheit in Neuffen wird danach geschlossen. Insgesamt werden weniger Plätze zur Verfügung stehen, bedingt auch durch den seit einigen Jahren bestehenden Anspruch auf Einzelzimmer.
Durch die Besichtigung einer Wohngruppe und einer Runde durch den großzügigen Garten konnte wir einen guten Eindruck vom Leben in der Pflege-Residenz bekommen. Herr Kapitan, Pflegedienstleiterin Kathleen Jarmowske und 4 Senior*innen des Heimbeirats äußerten anschließend in familiärer Atmosphäre ihre Sorgen und ihre Wünsche an die Politik.
Als ein sehr großes Problem gab Herr Kapitan den Fachkräftemangel an, durch den Mitarbeiter aus dem Ausland unverzichtbar seien. Von aktuell 12 Azubis komme eine aus Deutschland. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen dauere in Banden-Württemberg noch länger als in anderen Bundesländern, bis zu 6 Monate nach Einreichung aller Unterlagen.
Frau Jarmowske benennt als größte Belastung die völlig ausgeuferten Dokumentationspflichten. Die Fachkräfte hätten dadurch kaum ausreichend Zeit für direkten Kontakt mit den Bewohnern, um deren Bedürfnisse überhaupt umfassend wahrnehmen zu können.

Die Bewohner selbst leiden v.a. unter dem ständig steigenden Eigenanteil an den Kosten, in Beuren aktuell ca 3500€ / Monat.
Am anschließenden Gespräch im Naturfreundehaus Neuffen nahm neben Frau Jarmowske und Herr Kapitan außerdem Herr Jochen Schnizler teil, Geschäftsführer der Diakoniestation Mittlerer Neckar. Das Gespräch knüpfte an den Besuch in der Pflege-Residenz an. Die Bürger*innen konnten direkt ihre Fragen stellen und sich so im Gespräch mit den Expert*innen einbringen.
Herr Schnizler berichtete, wie er sich seit Jahren mit den Bemühungen um Bürokratieabbau beschäftigt, sehe kaum Erfolge. Gerade für die ambulante Pflege gibt es zu viele Fördertöpfe, die zwar alle gut gemeint sind, aber für Angehörige und Hilfsbedürftige zu unübersichtlich. Zu wenig Beachtung finden seiner Meinung nach die immensen Kosten, die durch Bürokratie verursacht werden.

Eine Forderung, die Simone Fischer nach Berlin mitnimmt, ist daher auch, dass die Bürokratie weiter abgebaut werden muss und das Geld zielgerichtet verwendet werden muss, dass die Pflege bezahlbar und nah am Menschen bleibt.
Alle Anwesenden stimmten Simone Fischer zu, dass in den letzten Jahren auch Erfolge für die Pflege erreicht werden konnten: bessere Bezahlung v.a. in der Altenpflege, Befugniserweiterung, Akademisierung, verbesserte Ausbildung in Pflegeassistenzberufen.
Die Pflege ist ein Grundstein unserer Gesellschaft und man sollte sich frühzeitig damit befassen - auch ich nehme von dem Abend viel mit !
Ein großer Dank und meine Anerkennung gilt hier allen, die sich für die pflegebedürftigen Menschen einsetzen, sei es zuhause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim.
Ein herzliches Dankeschön an Simone Fischer, Frau Jarmowske, Herr Kapitan und Herr Schnizler, dass Sie sich an diesem Abend Zeit genommen haben und sich immer wieder aufs neue für die Pflege einsetzen.