In der Stadthalle K3N in Nürtingen, in der wir erst am 22. Januar beim Neujahrsempfang zusammen gekommen sind, fand am 2. Februar eine besonders schöne Veranstaltung statt. Winfried Kretschmann ist gekommen, um mit der Autorin und ehemaligen SWR-Journalistin Dagmar Seitzer über die Biografie “Im Herzen Grün” zu sprechen. Die Veranstaltung wurde von der Buchhandlung Zimmermann organisiert - ein herzlicher Dank gilt Frau Recke und dem gesamten Zimmermann-Team.
Der Saal war voll mit interessierten Menschen. Dieser Abend war weit mehr als eine Buchvorstellung – er war ein Rückblick auf politische Haltung, Verantwortung und Zuhören. Ein Rückblick, Dank und ein Ausblick.
Ich hatte die große Ehre, ein Grußwort für Winfried halten zu dürfen. Doch was sagt man zu diesem Anlass, zu unserem Ministerpräsidenten, der schon 8x für den Wahlkreis Nürtingen im Landtag saß - 15 Jahre davon als Ministerpräsident?
In meinem Grußwort habe ich darüber gesprochen, was Zuversicht für mich bedeutet: gemeinsam ins Handeln zu kommen – hier vor Ort in Nürtingen. Gemeinsam Klimaschutz umzusetzen, Häuser zu dämmen, Photovoltaik voranzubringen und nachhaltige Mobilität zu stärken. Politik wird dann wirksam, wenn sie konkret wird und von vielen getragen ist.
Zuversichtlich stimmt mich auch unsere starke Zivilgesellschaft. Wenn wir zeigen: Nürtingen ist und bleibt bunt. Wenn wir in Gesprächen und Begegnungen spüren, dass wir nicht allein sind – sondern die große Mehrheit.
Darüber haben Dagmar Seitzer und Winfried Kretschmann im anschließenden Gespräch ebenfalls gesprochen. Statt einer reinen Lesung entstand ein offenes Gespräch über Politik, Verantwortung und gesellschaftlichen Wandel, gleichzeitig aber geprägt von Tiefgang, Humor und persönlichen Einblicken.
Dagmar Seitzer zeichnete das Bild eines Ministerpräsidenten, der Politik nicht als Inszenierung versteht, sondern als Dienst am Gemeinwohl. Kretschmann selbst machte deutlich, was seine Haltung über Jahrzehnte getragen hat: zuhören, abwägen, Verantwortung übernehmen. Politik, so Kretschmanns Überzeugung, müsse nicht unterhalten – sie müsse Sinn stiften.
Der Abend bot auch Raum für die großen Fragen unserer Zeit. Es ging um den Zustand der Demokratie, um den Umgang mit gesellschaftlicher Spaltung und um die Herausforderungen durch erstarkenden Nationalismus. Kretschmann machte deutlich, dass Nationalismus zu den gefährlichsten Ideologien unserer Zeit zählt. Dem stellte er die Bedeutung Europas als gemeinsames Zukunftsprojekt entgegen und warb für eine Politik, die verbindet statt zu spalten.
Für eine Überraschung sorgte der Franz Untersteller, der viele Jahre als Umweltminister an Kretschmanns Seite gearbeitet hat. Gemeinsam erinnerten sie an prägende politische Entscheidungen, von der Energiewende bis zur Frage der Endlagerung und machten deutlich, wie wichtig langfristiges Denken und politische Standfestigkeit sind.
Winfried Kretschmann hat an diesem Abend einmal mehr gezeigt, wofür seine Politik steht: Klarheit in schwierigen Zeiten, Humor ohne Zynismus und eine Haltung, die verbindet statt zu spalten. Dafür habe ich Danke gesagt – für sein Vertrauen, seine Unterstützung und für eine Politik, aus der man immer einen Gedanken mit nach Hause nimmt.
Zum Abschluss sagte er: „Kretschmann geht, Clara kommt“.
Vielen Dank für alles, lieber Ministerpräsident Winfried Kretschmann!