Am 20. Februar habe ich mich mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Siegfried Nägele, dem Vorstandsmitglied Dirk Schaal und der Syndikusrechtsanwältin Mirjam Schumacher zu einem Gespräch getroffen.
Da wir uns auf dem Hof von Dirk Schaal getroffen haben, starteten wir mit einer kurzen Führung zu seinem Pferde-Aktivstall. Hier haben knapp 80 Pferde viel Platz, mehrere Unterstände sowie Trink- und Futtermöglichkeiten. Viel ist digital gesteuert. Der Aktivstall sorgt dafür, dass die Pferde genug Bewegung haben, immer wenn sie es möchten, ungestört etwas Essen können und auch die Futtermenge entsprechend kontrolliert werden kann. Beeindruckend zu sehen, wie moderne Tierhaltung aussehen kann.
Anschließend ging es ins Reiterstüble. Bei Kaffee und Kuchen tauschten wir uns über die aktuelle Situation der Bäuerinnen und Bauern im Landkreis Esslingen aus. Der Kreisbauernverband Esslingen e.V. ist die Interessensvertretung der Landwirte, Winzer und Obstbauern im gesamten Landkreis Esslingen.
Die tägliche Arbeit in und mit der Natur verdient meine größte Anerkennung und Respekt.
Aus den vielen Themen, die wir diskutiert haben, möchte ich zwei hervorheben:
- Die Landwirt*innen tragen mit ihrer Arbeit zum Naturschutz und Erhalt unserer Kulturlandschaft bei. Vermehrt kommt ihnen Misstrauen aus der Gesellschaft entgegen oder fehlende Wertschätzung. Ich möchte mich dafür stark machen, dass den Landwirt*innen, die gut ausgebildet sind in ihrem Fachbereich, mehr Vertrauen entgegen gebracht wird. Regionaler Konsum und Selbstversorgung sind wichtig - wir wollen nicht von anderen Ländern abhängig sein. Wir haben die besten Böden und können vieles selbst produzieren. Kurze Transportwege schützen das Klima. Das Thema Bauernhof sollte in den Medien oder auch in Schulbüchern realistisch dargestellt werden, damit die Menschen verstehen, welcher Aufwand betrieben wird, dass sie täglich ihre Lebensmittel genießen können. Gleichzeitig schmeckt’s auch besser, wenn’s von hier kommt.
- Der Landkreis Esslingen ist durch die Nähe zu Stuttgart ein hoch verdichteter Raum. Wir leben in einem Spannungsfeld zwischen Naturschutz, landwirtschaftlicher Produktion, Wirtschaft und Wohnraum. Alle Interessen haben ihre Berechtigung. Wie der Kreisbauernverband geschildert hat, werden jährlich 2% der fruchtbaren Ackerböden zu Bauland. So kann es langfristig nicht weitergehen. Für mich ist ganz klar: Wir brauchen Innen- vor Außenentwicklung. Wir brauchen eine moderne Umbaukultur, Innenraumverdichtungen und die Steigerung der Flächeneffizienz durch z.B. Anwendung eines Brachflächenkatasters auf Regionalverbandsebene sowie des Folgekostenrechners für Bebauungen im Außenbereich. So können die tatsächlichen ökologischen und ökonomischen Kosten besser ermittelt werden. Auch als Gemeinderätin setzte ich mich dafür ein, dass zuerst unbewohnte und ungenutzte Häuser im Zentrum wiederbelebt werden, bevor wir an den Rändern neu bauen.
Ich möchte, dass man gemeinsam an einem Strang zieht, um das Beste für Baden-Württemberg und meinen Wahlkreis Nürtingen zu erreichen. Das Gespräch mit dem Kreisbauernverband hat mir gezeigt, dass es einen guten Austausch auf Augenhöhe gibt und die Landwirt*innen bereit sind, ihren Anteil an unserem schönen Landkreis Esslingen auch weiterhin zu leisten.