Beim Besuch im ´s Rädle-Pedalkraft in Leinfelden-Echterdingen wurde mir einmal mehr klar, wie lebendig und vielfältig die Fahrradszene vor Ort ist und wie sehr der Radverkehr Teil einer modernen Mobilitätskultur geworden ist. Auf einer Fläche von fast 1000 Quadratmetern durfte ich gemeinsam mit den drei Geschäftsführern Stefan Gerlach, Thilo Kleesattel und Timo Zelt durch Laden und Werkstatt gehen und mit ihnen über zentrale Entwicklungen und Herausforderungen der Branche sprechen.
Schon beim Rundgang spürt man, wie stark die Fahrradwelt auch hier vor Ort im Wandel ist. Gerade der Fahrrad-Boom während der Pandemie hat Spuren hinterlassen: In vielen Jahren zuvor stieg die Nachfrage kontinuierlich und mit den Lockdowns hat sich das nochmals deutlich verstärkt. Das spürt man noch heute im Sortiment und beim Interesse der Menschen an Mobilität per Rad – ob klassisch oder mit elektrischer Unterstützung. Über diese Erfahrungen und ihre Auswirkungen auf den Fachhandel habe ich mich offen mit den Geschäftsführern unterhalten.
Ein zentrales Thema war dabei der Trend zu E-Bikes. E-Mobilität ist nicht nur bei Pendler:innen ein großes Thema, sondern beeinflusst auch das Produktangebot im Laden und die täglichen Werkstattaufträge stark. Gleichzeitig sprachen wir darüber, wie sich dieser Trend auf Service-Kapazitäten, Schulungen und Ersatzteilversorgung auswirkt, denn moderne elektrische Systeme sind technisch anspruchsvoll und erfordern regelmäßige Weiterbildungen im Team. Auch über Leasing-Modelle wie Jobrad haben wir uns ausgetauscht. Solche Angebote eröffnen vielen Menschen neue Möglichkeiten, ein hochwertiges Rad zu nutzen und gleichzeitig von steuerlichen Vorteilen zu profitieren. Die Geschäftsführer erläuterten, wie wichtig eine gute Beratung und enge Zusammenarbeit mit Arbeitgebern ist, damit solche Modelle wirklich attraktive Mobilitätsoptionen für Beschäftigte werden.
Ein besonders interessantes Gespräch entwickelte sich rund um den Standort „Made in Europe“ und die Auswirkungen außenpolitischer Entwicklungen auf die Branche. Lieferketten, Preisentwicklung bei Komponenten und die Frage, wie sich die europäische Produktion stärken lässt, waren Punkte, die wir offen beleuchtet haben. Natürlich blieb auch Raum für Diskussionen über Bürokratie und wie bestimmte Abläufe vereinfacht werden können.
Der Rundgang durch den Laden und die Werkstatt hat mir zudem gezeigt, wie viel Leidenschaft und Fachwissen in diesem Team steckt. Eine große Fläche bedeutet nicht nur Auswahl, sondern vor allem Service und Nähe zur Kundschaft. Ich bin dankbar für das offene Gespräch und nehme viele Eindrücke aus dem Austausch mit, wie wichtig starke lokale Fachhändler und gute Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Mobilität sind.