Dass Kinder einfach Kind sein können - das steht bei der Jugendfarm in Filderstadt ganz oben. Wer das Gelände der Jugendfarm betritt, merkt schnell: Hier gibt es keinen starren Ablaufplan, kein „Du musst jetzt das machen“. Stattdessen öffnet sich ein Ort voller Möglichkeiten:

Ein Hüttendorf mit eigener Holzwerkstatt lädt zum Bauen, Hämmern und Ausprobieren ein, daneben ragt eine große Rutsche ins Blickfeld. Im Feuerbereich können Kinder zusammen sitzen, sich aufwärmen, reden oder Stockbrot backen.
Ein besonderes Highlight sind die Tiere: Ponys, Hühner, Schafe und Ziegen gehören fest zur Jugendfarm dazu. Für viele Kinder ist der Kontakt zu den Tieren ein zentraler Anziehungspunkt. Füttern, ausmisten, Verantwortung übernehmen. Ganz nebenbei lernen sie hier Rücksicht, Verlässlichkeit und den Umgang mit Lebewesen.
Daneben bieten die Metall- und Holzwerkstätten Raum für handwerkliche Erfahrungen, die Küche wird gemeinsam genutzt, gekocht und gebacken. Gerade nach der Schule ist die JuFa für viele Kinder und Jugendliche ein zweites Zuhause. Sie kommen vorbei, um abzuschalten, Freund*innen zu treffen oder sich kreativ auszuleben.
Egal ob ruhig oder laut, handwerklich interessiert oder tierverliebt – hier findet jede und jeder etwas. Bei meinem Besuch wurde klar: Die JuFa ist vieles zugleich: Spielplatz, Bewegungsraum, Lernort und Treffpunkt.
Im Gespräch mit den Sozialpädagoginnen und -pädagogen vor Ort – Zoe Renz, Lasse Gerth und Madleen Kürner – wurde deutlich, wie wichtig dieser offene Ansatz ist. Die Jugendfarm lebt davon, dass Kinder freiwillig kommen, ohne Leistungsdruck. Die pädagogischen Fachkräfte sind Ansprechpersonen, begleiten Prozesse, greifen ein, wenn es nötig ist – und lassen ansonsten bewusst Raum für Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.
Auch über die Zukunft haben wir gesprochen. Insbesondere der Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen wirft Fragen auf: Wie kann ein offener Ort wie die Jugendfarm weiterhin gut erreichbar bleiben? Wie lässt sich sicherstellen, dass Kinder auch künftig die Möglichkeit haben, solche Angebote wahrzunehmen? Klar ist: Die JuFa erfüllt eine wichtige ergänzende Rolle zur Schule.
Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendfarm für das offene Gespräch.